Event Leerstellen, Überwachsungen und Möglichkeiten, Ausstellung
Section Biennale
Duration 14 Aug — 30 Aug 2026
Location Jamlitz / Jemjelnica, District Dahme-Spreewald
Address 15868 Jamlitz/Jemjelnica
Ob Künstlerkolonie und beliebte Sommerfrische in den 1920er Jahren, Verkehrsknotenpunkt der Holzindustrie oder SS-Stützpunkt sowie Außenlager des KZ Sachsenhausen - im 350 Seelen-Dorf Jamlitz spiegelt sich die deutsche Geschichte.
Die Ausstellung der openart Lausitz Biennale in Jamlitz widmet sich den Leerstellen, der Vernachlässigung und Verwahrlosung aber auch den damit verbundenen Möglichkeiten des Neudenkens dieser Orte, Strukturen und Wunden.
Sieben Installationen von Künstler:innen aus Deutschland, Norwegen, Großbritannien und Japan greifen diese Geschichte, aber auch denkbare Zukunftsszenarien des Ortes auf.
Julia Lazarus (Berlin) beschäftigt sich in ihrer Videoinstallation in der 150 qm großen temporären Kunsthalle mit dem spürbaren Wassermangel durch den Kohleausstieg und wird im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit den Gästen und weiteren Experten ins Gespräch kommen.
Christine Schulz (Hannover) bespielt neben ihr, ebenfalls installativ die temporäre Kunsthalle. In ihren Arbeiten erforscht sie den ambivalenten Charakter des Bildes als Spiegelung und Konstruktion der Realität.
Im Außenraum des Dorfes sind fünf Werke zu finden, die extra für diese Orte entwickelt wurden.
Bob Budd aus der Nähe von London zeigt mit seiner Installation eine heiter verspielte Parodie auf das deutsche „Schaffe, schaffe, Häusle bauen …“. Aus handelsüblichen Schaufeln wird ein echter Blickfang, der im Anschluss der Ausstellung im Dorf verbleibt.
Mio Okido (Japan, lebt in Berlin) hat ihren Fokus auf die düstere Geschichte von Jamlitz gerichtet. Sechs Fahnen widmen sich dem Terror der SS sowie dem sowjetischen Speziallager, das direkt nach dem Untergang des 3. Reiches das Areal übernahm.
Victoria Gouzikovski aus Bergen (Norwegen) entwickelt für verschiedene Standorte in Jamlitz Accessoires für Architektur. Mit leuchtend blauem Stoff bekleidet sie ausgewählte Architekturen.
Franziska Möbius aus Leipzig kreiert auf der ehemaligen Panzerstraße mit Hilfe einer Bodenarbeit, einem Linienbild aus Verkehrsstreifen, einen neuen potentiellen Begegnungsort für die Dorfbewohner*innen und oder deren Gäste.
Anke Westermann aus Berlin setzt der dörflichen Architektur eine leuchtende Idee gegenüber. Ihr Haus besteht aus Licht, welches in minimaler Formensprache einen spannenden Kontrast zum Umraum bietet. Ist das eine Zukunftsidee oder gedankliches Fragment der Vergangenheit?
Die Ausstellung der openart Lausitz Biennale greift die Tradition der vorherigen Ausstellungen „Standort_Bestimmung“ (2021), „Bestand und Fiktion“ (2023), „Vom Verschwinden“ (2025), initiiert und veranstaltet durch brandung e. V. auf. Der Kunstverein agiert seit 2029 in Jamlitz und zeigt mit seinem vielseitigen Programm, dass Kunst und Kultur auch abseits der großen Ballungszentren eine wichtige Funktion im bereichernden Austausch und toleranten Zusammenleben der Menschen wahrnehmen kann.
Im Rahmen der open spaces präsentieren sich die Nachfolger:innen des damaligen Jamlitzer Künstlerkreises – heute „Kunst und Kultur Jamlitz“ – sie sind Mitglied im Verband Europäischer Künstlerkolonien und werfen ein Schlaglicht auf Jamlitz im Spektrum ehemaliger Künstlerkolonie bis heute.
Eröffnung mit Kremserführung zu den Kunstwerken: Fr. 14. August 2026, 17 Uhr;
Ort: Kunsthalle Alte BHG, Kastanienallee 2, 15868 Jamlitz
Finissage mit Jazz von Hannes Zerbe: So., 30. August 2026, 15 Uhr
Ort: temporäre Kunsthalle Alte BHG, Kastanienallee 2, 15868 Jamlitz
Öffnungszeiten der temporären Kunsthalle „Alte BHG“, Kastanienallee 2:
Donnerstag – Freitag: 14-18 Uhr
Samstag - Sonntag: 12-18 Uhr / Kaffee und Kuchen ab 15 Uhr
Führungen zu den Kunstwerken jeweils Samstag und Sonntag um 16 Uhr
Start: temporäre Kunsthalle „Alte BHG“, Kastanienallee 2, 15868 Jamlitz
Die Arbeiten im Außenraum sind zu jeder Zeit zu besichtigen.
Realisierung: in Kooperation mit brandung e. V. – Verein zur Förderung von Kunst und Kultur in der Region Dahme-Spree-Neiße
Kuration: Anna Grunemann
Artists
Bob Budd
Bob Budd ist ein britischer Bildhauer und Land-Art-Künstler mit Sitz in Devon, Vereinigtes Königreich. Er studierte Bildende Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart sowie Art and Ecology am Dartington College of Arts und …
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Mio Okido (*1986 in Niigata/JPN) ist bildende Künstlerin und lebt und arbeitet seit 2015 in Berlin. Sie studierte Intermedia Art an der Tokyo University of the Arts (B.A.) und absolvierte ein Auslandsjahr an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule …
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Franziska Möbius (*in Eisenach/DDR) ist bildende Künstlerin und lebt und arbeitet in Leipzig. Sie studierte Kostümgestaltung an der Hochschule für Bildende Künste Dresden sowie Malerei und Textile Künste an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule …
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Julia Lazarus is an artist, filmmaker, and curator based in Berlin.
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Christine Schulz (*1961 in Braunschweig) arbeitet vorwiegend mit den Medien Fotografie und Video, die sie zusammen mit skulpturalen Elementen zu begehbaren Installationen im Raum verbindet.
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Die Arbeit „Lichthaus“ visualisiert wie eine ephemere Zeichnung im Raum ein imaginäres Haus aus Zukunft oder Vergangenheit.
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